Boo­mer, *01.07.2015

Boomer1701254Boo­mer trägt ein trau­ri­ges Schick­sal. Als klei­nes Baby wur­de er mit meh­re­ren Art­ge­nos­se herz­los in einer Papp­schach­tel an einer Bus­hal­te­stel­le aus­ge­setzt. Wir nah­men Boo­mer auf und konn­ten ihn letz­tes Jahr an einen Platz zu zwei wei­te­ren Damen vermitteln.

Doch dra­ma­ti­sche Umstän­de, die wir aus Rück­sicht­nah­me auf die Besit­ze­rin nich erläu­tern möch­ten, führ­ten dazu, dass Boo­mer zusam­men mit sei­ner Freun­din Bien­chen in einer Hau­rucka­ti­on wie­der bei uns auf­ge­nom­men wer­den muss­te. Das drit­te Tier schaff­te den Weg zu uns nicht mehr und ver­starb kur­ze Zeit davor. Boo­mer wirk­te schwer trau­ma­ti­siert, sein Köpf­chen hing kraft­los her­un­ter, und er woll­te nicht fres­sen. Er muss­te ein paar Tage sta­tio­när in der Tier­kli­nik behan­delt wer­den, bekam Infu­sio­nen und Aufbauspritzen.

Es ist wirk­lisch schlimm, dass Boo­mer wie­der zu uns kom­men muss­te. Wir ste­cken eine gro­ße Ener­gie in die Aus­wahl der Plät­ze, an die wir unse­re Schütz­lin­ge ver­mit­teln und brin­gen die Tie­re auch immer selbst in das neue Zuhau­se. Den­noch ste­cken wir nicht dahin­ter, wie das Schick­sal der neu­en Besit­zer spielt. Des­halb beto­nen wir immer wie­der, dass all unse­re ver­mit­tel­ten Tie­re im Notall aus­schließ­lich an uns zurück gege­ben wer­den müs­sen und sind froh, dass die­se Besit­ze­rin dies auch beherzigte.

Boo­mer ist ein so knuf­fi­ger klei­ner Kerl, sein Fell ist super-weich, er hat klei­ne Löck­chen und wenn man ihn auf dem Arm hat könn­te man wirk­lich mei­nen, man hat einen Ted­dy im Arm.

Heu­te kön­nen wir freu­dig berich­ten, dass Boo­mer den Jack­pot geknackt hat! Manch­mal lohnt sich das War­ten, in Boomer's Fall hat das Schick­sal end­lich den rich­ti­gen Weg gefun­den. Er durf­te auf einen bereits bekann­ten Platz nach Far­chant zie­hen. Dort wohnt auch schon unse­re Hexi und ein wei­te­res Mädel namens Her­mi­ne. Ein­gent­lich war dort geplant, eine 4er Grup­pe zu hal­ten, bestehend aus 1 Kas­tra­ten und 3 Mäd­chen. Aber die­se durch­kreuz­ten alle Plä­ne und es flo­gen die Fet­zen. An ein har­mo­ni­sches Vie­r­erle­ben war nicht mal ansatz­wei­se zu den­ken. Also wur­de kur­zer­hand erneut das Werk­zeug und Holz geholt und der extra gebau­te 2‑stöckige Eigen­bau wie­der in der Mit­te getrennt jeder neu mit extra Eta­ge gestal­tet. So wohnt also jetzt ein Pär­chen zusam­men und Hexi teil­te sich den Stal mit Her­mi­ne. Und dann kamm Boo­mer. Mit sei­nem trau­ri­gen Blick hat er sich sofort in's Herz von Chris­ti­ne geschli­chen und schnell war klar: Boo­mer darf ein­zie­hen, eine Grup­pe ohne Bube ist doch lang­wei­lig. Er kam, sah und sieg­te. Die als sehr zickig und domi­nant gel­ten­de Her­mi­ne war auf ein­mal lamm­fromm. Sie leck­te Boo­mer das Öhr­chen als ob sie ihm "herz­lich will­kom­men" zuge­flüs­tert hät­te. Hexi dage­gen begehr­te kurz auf, aber Boo­mer mach­te voll einen auf Woma­ni­zer. Er schwang die Hüf­ten dass der Po nur so von rechts nach links flog und knat­ter­te mit Lei­bes­kräf­ten um Hexi her­um. Let­zend­lich hat sie das doch sehr beein­druckt. Schon nach 3 Stun­den, als wir schon wie­der auf dem Rück­weg waren, kam die Whats­App "Den geb ich nicht mehr her!" mit einem glück­lich drein­schau­en­den Boo­mer auf dem Foto.

Lie­be Chris­ti­ne, Du hast nicht nur Boomer's son­dern auch mei­nen Traum wahr wer­den las­sen. Es war Lie­be auf den ers­ten Blick und ich kann das sehr gut ver­ste­hen. Nach der lan­gen Zeit, in der ich Boo­mer betreu­te, hat er sich ach in mein Herz ganz tief ein­ge­schli­chen. Ich weiß ihn bei Dir in den bes­ten Hän­den. Vie­len vie­len Dank!