Raf­fae­la, *ca. Dezem­ber 2012 – 07.03.2020

Raffaela01Raf­fae­la – ein glück­li­ches Dreibein

Pfle­ge­stel­le: Clau­dia K.

Die klei­ne Raf­fae­la stammt aus dem Lands­hu­ter Klein­ti­er­not­fall, bei dem im August 2013 über 300 Meer­schwein­chen und Kanin­chen aus schlech­ter Hal­tung befreit wurden.

Als Raf­fae­la, mit ihrer dama­li­gen Weg­ge­fähr­tin, Mrs. Brown, in unse­re Münch­ner-Pfle­ge­stel­le kam, war sie anfangs sehr ver­schreckt und schüch­tern. In den ers­ten Tagen war sie mit den neu­en Umge­bungs­ge­räu­schen völ­lig über­for­dert. Und auch vor Men­schen hat­te sie pani­sche Angst. Bei der Flucht ins Häus­chen fiel uns auf, dass Raf­fae­la hinkt.

Nach einem Bewe­gungs­test aller Bein­chen und Pföt­chen konn­ten wir fest­stel­len dass das lin­ke vor­de­re Bein­chen sehr ange­schwol­len und das Elle­bo­gen­ge­lenk unbeweglich/versteift war. Beim Tier­arzt wur­den meh­re­re Rönt­gen­auf­nah­men gemacht, wor­auf­hin die Kata­stro­phe zu erken­nen war: Das Ellen­bo­gen­ge­lenkt war nicht mehr zu erken­nen, der Kno­chen total auf­ge­quol­len und die Kno­chen­haut bis zum Schul­ter­ge­lenk ent­zün­det. Die­se Ver­let­zung, ver­mut­lich ein alter Bruch der nicht behan­delt wur­de, muss die Arme schon seit Mona­ten mit sich her­um­ge­schleppt haben; sie hat­te sicher­lich höl­li­sche Schmerzen.

Nach einer Ein­ho­lung einer zwei­ten Mei­nung muss­ten wir die nie­der­schmet­tern­de Dia­gno­se akzep­tie­ren: Das lin­ke Vor­der­bein­chen muss ampu­tiert werden.

Am 17.09.2013 wur­de in der Tier­kli­nik Isma­ning dann das Bein­chen abge­nom­men. Lei­der ging es Raf­fae­la nach der OP sehr schlecht, sie lag die ers­ten bei­den Tage fast regungs­los in ihrer Box und muss­te rund um die Uhr betreut und zuge­füt­tert wer­den. Im lin­ken Hin­ter­bein­chen wur­de ihr mit­tels Brau­n­ü­le ein Zugang gelegt, um über Dau­er­in­fus­si­on die Schmerzmittel/Antibiose und auch die nöti­ge Flüssigkeit/Mineralstoffe zuzu­füh­ren. Wir hat­ten gro­ße Angst, dass sie ihren Lebens­wil­len ver­lo­ren hät­te. Aber als man ihr den rie­si­gen Ver­band abge­nom­men hat­te wur­de sie etwas mobiler.

RaffaelaNarbeMan erlaub­te uns, Raf­fae­la in der Kli­nik zu besu­chen und wir durf­ten sie in einem extra Raum selbst päp­peln und ihr gut zuspre­chen. Ihre lin­ke Flan­ke "zier­te" eine sehr lan­ge Nar­be, die uns anfäng­lich sehr erschreck­te. Aber mit Raf­fae­la ging es berg­auf und bereits am 22.09.2013 durf­te sie wie­der nach Hause. 

Erst hat­ten wir Sor­ge, dass die klei­ne Dame mit drei Bein­chen nicht zurecht kommt, aber sie hat uns schnell vom Gegen­teil über­zeugt! Schon nach einer hal­ben Stun­de Aus­ru­hen im Kuschel­säck­chen nach Ankunft aus der Tier­kli­nik ging es los: Schnell wur­de der Frei­lauf erkun­det und Mrs. Brown wie­der begrüßt. Anfangs waren die Bewe­gun­gen noch etwas holp­rig und hin und wie­der ging ein wenig das Gleich­ge­wicht verloren.

RaffaelaKuschelhoehle RaffaelaFreilauf

Von Tag zu Tag wur­den ihre Bewe­gun­gen bes­ser und ihr rech­tes Bein­chen kräf­ti­ger. Sie hop­pelt jetzt eher wie ein Kanin­chen, flink und geschickt ist sie aber trotzdem.

Nach knapp zwei Wochen konn­ten die Fäden gezo­gen wer­den. Raf­fae­la muss­te aber dann trotz­dem noch ein paar Tage einen Socken anzie­hen, weil sie an der Nar­be rum­ge­knab­bert hat­te. Nach­dem die Blut­krus­te rich­tig abge­heilt war durf­te sie den Socken auch wie­der ablegen.

RaffaelaSocke RaffaelaNarbe2

Raf­fae­la ist ein rich­ti­ges Kämp­fer-Mee­ri und hat die schlim­me Situa­ti­on rich­tig gut gemeis­tert. Nach vier Wochen Erho­lung und Pfle­ge ist sie jetzt ein rich­tig lebens­fro­hes und fre­ches Mee­ri und genießt ihr Leben mit drei Bei­nen auf unse­rer Pfle­ge­stel­le Mün­chen-Süd bei Claudia.

Die Ope­ra­ti­ons- und Behand­lungs­kos­ten von Raf­fae­la betru­gen knapp 420,- Euro. Eine Paten­schaft kommt Raf­fae­la direkt zu Gute! Herz­li­chen Dank!!!

14.01.2020

Raf­fae­la ist nach wie vor eine gro­ße Kämp­fe­rin. Obwohl sie inzwi­schen alt und ziem­lich schwach ist, geniesst sie immer noch ihre täg­li­che Karot­te. Das Lau­fen fällt ihr schwer, da sie ja nur ein Vor­der­bein­chen hat und sie ein­fach kei­ne Kraft mehr hat für grös­se­re Stre­cken im Stall. Meis­tens liegt sie im Heu und beob­ach­tet, was um sie her­um pas­siert. Sie wird auf der Pfle­ge­stel­le gut beob­ach­tet und tier­ärzt­lich ver­sorgt und wir hof­fen natür­lich, dass sie noch eini­ge Zeit bei uns und ihren Meer­schwein­chen-Freun­den blei­ben wird.

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Update 07.03.2020

Heu­te war es lei­der soweit und Raffaela´s klei­ner Kör­per hat­te kei­ne Kraft mehr und wir muss­ten sie über die Regen­bo­gen­brü­cke beglei­ten. In den letz­ten Tagen hat sie mas­siv abge­baut und konn­te sich nicht mehr allei­ne auf­rich­ten. Fres­sen woll­te sie auch nicht mehr. Eine unse­rer Tier­ärz­te kam extra nach Hau­se und Raf­fae­la konn­te im Krei­se ihrer Freun­de einschlafen.
Die klei­ne Maus war ein ganz beson­ders Schwei­ne­mä­del und hat mal wie­der gezeigt dass man die­se klei­nen Fell­na­sen nicht unter­schät­zen darf. Trotz ihrer 3 Bei­ne war sie immer mit dabei und hat ihr Leben nach ihrer Ret­tung in vol­len Zügen genos­sen. Raf­fae­la hin­ter­lässt eine gro­ße Lücke in ihrer Grup­pe und wird von ihrer Pfle­ge­stel­le sehr ver­misst. Jetzt ist sie aber auf der Regen­bo­gen­wie­se – ohne Schmer­zen und mit ganz vie­len Freunden.
Machs gut hüb­sche Raffaela.

Lie­be Julia, vie­len herz­li­chen Dank dass du Raf­fae­la so lan­ge als Patin unter­stützt hast und für sie da warst!