Alter Herr mit vielen Baustellen
Pflegestelle: Melanie K.
Freddy hatte 2019 schon sein Zuhause über die Heuwusler gefunden – leider verstarb nun seine Meerschweinchen- Freundin und die Haltung sollte beendet werden. So kam Freddy zurück zu den Heuwuslern und hat ein paar gesundheitliche Baustellen mitgebracht, so dass schnell klar war, dass er ein Gnadenbrotschweinchen werden wird.
Bei den Vorbesitzern wurde schon eine Arthrose und eine Umfangsvermehrung im Kiefer diagnostiziert sowie ein fehlender, unterer Schneidezahn und kleinere Knötchen unter der Haut. Beim Aufnahmecheck kamen noch eine weitere Befunde der hinteren Zähne dazu, die eine beginnende Brückenbildung unterstützen sowie eine Blasenentzündung und der Verdacht auf eine Mittelohrenentzündung. Trotz all dieser Baustellen ist der kleine Kerl äußert neugierig und aktiv – keine Stelle im Gehege ist vor im sicher. Alles wird untersucht und angeschaut. Und er hat eine Vorliebe für Paprika, und Gurke, und Salat, und Zucchini und eigentlich ALLES, was essbar ist. Freddy futtert wirklich den ganzen Tag. Leider bleibt kaum etwas an Gewicht an ihm hängen. Er baut aktuell nur sehr langsam Gewicht auf. Gegen seine Baustellen wird er natürlich behandelt und bekommt Schmerzmittel. Er durfte auch auf der Pflegestelle die recht patente Greta kennenlernen. Vielleicht etwas zu patent – wir beobachten noch, ob die beiden zusammen passen.
Update 19.10.2024:
Freddy und Greta haben sich mittlerweile zu einem Rentner- Dream-Team entwickelt. Freddy hat seinen Mut zusammengenommen und ist nun der Herr im Gehege. Leider ist sein Gesundheitszustand weiterhin wechselhaft. Er ist recht stabil bei seinem Gewicht, dafür futtert er aber weiterhin den ganzen Tag und nimmt auch intensiv Pappelbrei zu sich, zum Glück selbständig. Vor der Kontrolle der Blasenentzündung hat er leider Anzeichen von Schmerzen beim Kotabsetzen und leichten Durchfall gezeigt, es stellte sich heraus, dass ein Befall mit Wurmeieiern vorliegt. Wahrscheinlich hat das Antibiotikum gegen die Blasenentzündung ihn dafür anfällig gemacht. Nun bekommen er und Greta eine Anti-Wurmkur und etwas zum Aufbau der Darmflora. Auch wurden die alten Röngtenbilder ausgewertet und es zeigte sich neben der bekannten Knie-Arthrose eine deutliche Veränderung in der Wirbelsäule: Freddy leidet unter einer Spondylarthrose und bekommt nun zusätzlich etwas dafür. Seine Zähne müssen regemäßig kontrolliert werden. Beim letzten Kontrollbesuch war nur die Korrektur der Frontzähne notwendig. Allerdings hat sich durch die Kieferveränderung ein Spalt zwischen den Zähnen gebildet, wo gerne Futter so hängenbleibt, was ihn beim Kauen behindert. Leider kann Freddy das nicht selbständig wieder entfernen-also wieder zum Tierarzt…
Umso erstaunlicher ist es, dass er sich den Spaß am Leben durch all diese Einschränkungen nicht nehmen lässt. Er turnt den halben Tag im Gehege rum, kommentiert jeden Schritt und verfolgt jeden Menschen, der vorbeiläuft am Gehegerand; es könnte ja ein Leckerchen für ihn abfallen. Und wenn ihm nachts langweilig ist, dann wird so laut, lange und vehement gequietscht, bis auch um 4:31 Uhr Futter gereicht wird. Zum Glück liegt er auch manchmal einfach in der Hängematte – und denkt sich wohl neunen Schabernack aus. Man darf wirklich nichts, wie zum Beispiel das Blatt mit dem notierten Tagesgewicht, auch nur in Reichweite auf den Häusern im Gehege liegen lassen- trotz Arthrose macht Freddy „Männchen“, um das Papier zum Inspizieren runter zu zerren und im Gehege zu verteilen.
Update 05.01.2025:
Freddy hat die Behandlung gegen die Würmer gut überstanden; sogar sein Gewicht konnte er gut halten. Die Zähne werden regelmäßig kontrolliert und korrigiert. Beim letzten Tierarzt-Besuch vor Weihnachten mussten leider auch die Backenzähne in Narkose korrigiert werden. Irgendwie hat Freddy es auch geschafft den zweiten Frontzahn unten zu verlieren. Das macht nun das Aufnehmen von Futter schwieriger. Das Futter bekommt er wegen der Zahnprobleme schon immer sehr klein geschnitten, aber nun ist ein besonderes Format nötig, damit Freddy Salat und Gemüse fressen kann. Zum Glück hat er sich weiterhin seine Frohnatur erhalten; versucht motiviert alles zu futtern; rennt aktiv durchs Gehege und steht Greta zur Seite. Wenn sie für TÜV oder Medikamente herausgenommen wird, dann sucht er sie lautstark.
Update 18.02.2025:
Freddy geht es weiterhin trotz seiner Baustellen gut. Sein Zahn unten ist langsam nachgewachsen, so dass er wieder besser futtern kann. Allerdings machte der dicke Backenzahn mehr Probleme und er muss alle vier Wochen zum „Einschleifen“. Zum Glück lässt ihn das recht schnell wieder fressen. Wir hatten schon 1100g Gewicht erreicht, nun ist es wieder bei ca. 1035 g stabil. Er ist immer aktiv und rennt rum und lässt sich Leckerchen geben. Am liebsten würde er sich wahrscheinlich in meiner Handtasche mitnehmen lassen. Aber auch nur, wenn ich Greta auch mitnehme. Ihr geht es mit ihrem Milztumor leider langsam
schlechter. Freddy passt gut auf sie auf. Die beiden sind einfach so herzig miteinander.
Update 15.03.2025:
Freddy hat heute 1124g auf die Waage gebracht. 🙂
Update 31.03.2025:
Freddys Gesellschaftsdame Greta ist über die Regenbogenbrücke gegangen, der Milztumor hat gewonnen. Freddy saß bis zuletzt an ihrer Seite und hat das Köpfchen an den Kuschelsack gelegt in dem Greta lag.
Damit Freddy nicht zu lange allein ist, durfte er noch am selben Abend zur anderen Mädelsgruppe auf der Pflegestelle ziehen. Dort hat er seine natürliche Autorität gezeigt und ziemlich schnell war die neue Rangfolge klar. Das Gehege hat eine Rampe und nach einer Woche hat Freddy verstanden, wie diese zu benutzen ist. Jeder Etagenwechsel wird lautstark angekündigt und allen kundgetan, dass Freddy sich nun auf den Weg nach unten oder oben macht. Jetzt genießt Freddy seine Zeit als Hahn im Korb unter drei weiteren Meerschweinchen- Damen. Sein defekter Backenzahn hat sich auch beruhigt und wir versuchen den Rhythmus zum Schleifen beim Tierarzt zu verlängern. Allerdings hat er immer mal wieder zu viel Luft um Bauch und es ist unklar, warum dies so ist. Sein Bauch wird beobachtet und er bekommt bei Bedarf Medikamente dagegen.
Update 19.04.2025:
Leider hat Freddy erneut eine seiner Damen verloren – Cloe hatte schon lange Herzprobleme und sich tapfer gehalten. Nun waren die Medikamente ausdosiert und wahrscheinlich kam eine Erkältung dazu. Am Oster- Wochenende hat sie ihre Köfferchen gepackt und den erlösenden Weg über die Regenbogenbrücke angetreten. Freddy scheint etwas irritiert zu sein über die Wechsel in seiner Umgebung. Er ist etwas ruhiger geworden und hat sich etwas zurückgezogen, aber alles in allem hält er sich prima für die unruhigen Zeiten. Auch die Luft im Bauch ist weniger geworden und bedarf kaum noch Medikamente.
Update 23.05.2025:
Freddy ist weiterhin ein Optmist und Gute-Laune Schweinchen, aber sein gesundheitlicher Zustand hat sich arg verschlechtert. Leider hat er weiterhin abgenommen und es war zuzuordnen, ob es an den Zähnen oder der Arthrose liegt. Er hat auch immer schlechter gefressen. Dienstag waren wir deshalb zur Zahndiagnostik in der Tierklinik, die im Röntgenbild leider eine verheerende Verschlechterung des Kiefers/ der Zähne gezeigt hat. Der untere verbliebene Zahn ist recht locker und beginnt zu eitern. Auch im hinteren Backenzahnbereich hat sich die Situation verschlechtert. Eigentlich dachten wir, dass Freddy wieder auf einem guten Weg war. Es gab nun mehrere Möglichkeiten ihn zu behandeln und wir haben uns für eine „OP-light“ entschieden. Die entsprechenden Zähne wurden gekürzt, um sie aus der Belastung zu nehmen und er bekommt nun erhöhte Schmerzmittel, ein Medikament gegen Nervenschäden, das den Megazahn „beruhigen“ soll und ein Antibiotikum gegen die Entzündung unten. Das sind alles palliative Maßnahmen und wir hoffen, dass alles anschlägt und er noch eine gute Zeit hat. Noch frisst er sehr zaghaft und wird zugefüttert, was aber auch an der intensiven Behandlung von Dienstag und der Hitze liegen kann. Wir beobachten ihn und hoffen, dass die Starthilfe ankommt.
Update 01.08.2025:
Die Starthilfe hat angeschlagen und Freddy ist recht stabil. Allerdings hat sich sein unterer, verbliebener Zahn gelockert hat und beim Versuch ihn zu kürzen rausgefallen ist. Dies geschah in Narkose und leider zeigte, sich eine intensive Vereiterung. Mit Antibiotikum und Mäulchen reinigen/spülen haben wir das aber wieder in den Griff bekommen. Auch das Fressen ging nach ein paar Tagen wieder in gewohnter Weise. Wegen der fehlenden Zähne unten ist nun eine Kontrolle und leichtes Kürzen der oberen Zähne alle 2 Wochen in der Tierklinik notwendig.
Anfang der Woche ist ein daumendicker Knubbel am linken Hinterpfoten aufgetaucht, der heute in der Tierklinik gleich angeschaut wurde. Leider ist die Wahrscheinlichkeit für einen aggressiven, schnell wachsenden Bindegewebstumor groß. Wir haben von einer aufwendigen Diagnostik abgesehen, da dieser Art Tumor in der Lage bzw. Verwachsung nicht operiert werden könnte, sondern das Beinchen amputiert werden müsste.
Noch ist er nicht wirklich davon eingeschränkt – wir beobachten.
Update 29.09.2025:
Freddy geht es seinen Baustellen entsprechend super! Alle 2 – 3 Wochen sind wir zur Zahnkorrektur und Kontrolle in der Tierklinik und bis jetzt sind die Tierärztinnen sehr zufrieden. Sein Tumor wächst langsam vor sich hin, behindert ihn aber nicht. Wir beobachten also weiter.
Er hat wieder ein bisschen an Gewicht zugelegt – die Medikamente sind recht gut eingestellt. Freddy war sogar der erste Patient auf der neuen Station für kleine Heimtiere.

Immer wieder zeigt er seine soziale Seite: Lorelei, eine seiner Gesellschaftsdamen, leidet unter einer chronischen Blasenentzündung und er sitzt manchmal bei ihr und kümmert sich. Er ist weiterhin ein Sonnenschein.

Update 26.11.2026:
Freddy hat weiter zugenommen- er wiegt nun > 1100g. Damit hatte er uns kurzzeitig ein wenig schockiert. Er hatte nämlich sehr plötzlich „Knoten“ unter den Ärmchen und Beinchen aufgebaut und es lag die Befürchtung nahe, dass es vergrößerte Lymphknoten oder Metastasen sein könnten. Der Tierarzt hat alles angeschaut und lediglich Fettknoten diagnostiziert. Leider wächst die Umfangsvermehrung an seinem Knie auch – langsam, aber stetig. Noch stört es scheinbar wenig.
Sein linkes Auge tränt immer wieder und daher wurde es vom Augenspezialisten angeschaut: er hat eine alte Verletzung, so dass er 1 – 2x täglich Augentropfen zur Pflege bekommt.


Update 23.12.2026:
Heute waren wir zum Standardtermin zusammen in der Tierklinik, um die Zähne für die Feiertage fit zu machen. Insgesamt geht es Freddy gut – die Zähne sind mit regelmäßiger Korrektur vorne unter Kontrolle. Leider wächst sein Tumor stetig weiter. Insgesamt kommt er gut damit klar, nur das Saubermachen von Popo und Schniepi fällt ihm zunehmend schwer. Das übernehmen wir dann entsprechend mit Waschen und Pflegen. Freddy wünscht frohe Weihnachten!

Update 09.01.2026:
Freddy hat von seinen Paten ein Weihnachtspaket über unsere Amazon- Wunschliste bekommen. Vielen Dank dafür! Die Heutrommel findet er noch seltsam, aber das Critical Care hilft sehr, darin schmecken Medikamente gleich viel besser.
Heute war Freddy wieder in der Tierklinik- die hinteren Zähne haben wir gut im Griff. Vorne wachsen sie aber recht schnell und wurden wieder gekürzt. Den 14 Tages- Rhythmus sollten wir beibehalten. Die Augentropfen nimmt er nur widerwillig; manchmal sehr widerwillig an, aber sie helfen.

Update 15.02.2026:
Letzte Woche gab es Haselnuss- Zweige, da hat sich Freddy ganz ordentlich gestreckt, um alle Blätter zu bekommen und an den Zweigen zu knabbern. Auch die Heurolle wird langsam weggeknabbert. Leider müssen wir den Rest der Rolle wegwerfen, weil am Freitag beim Zähnekürzen bei Freddy Pelzmilben gefunden wurden. Durch seine Baustellen und die Dauer- Behandlung mit Antibiotikum ist sein Immunsystem wohl geschwächt, so dass die Pelzmilben eine Chance bekommen haben auszubrechen.
Wir behandeln also die ganze Gruppe mit Kieselgur, um die chemische Keule zu ersparen. Zähne und Tumor am Knie sind im Rahmen. Freddy genießt die Pflege durch eine seiner Gesellschaftsdamen, die ihm ab und an die Äuglein abschleckt.

Update 29.03.2026:
Die Pelzmilben sind mit dem Kieselgur weniger geworden, aber wir werden sie nicht los. Das geht nur, wenn alles trocken bleibt, aber da Freddy häufiger gebadet muss, klappt es nicht. Also haben wir nun doch zum Spray gegriffen.
Freddy geht es sonst gut. Der Tumor am Beinchen wächst weiter, aber es scheint weiterhin nicht zu stören.
Mittlerweile geht es Lorelei sehr schlecht – sie hatte einen massiven Arthrose- Schub und kann sich nur noch schlecht bewegen. Freddy kümmert sich rührend und genießt er ebenfalls die Vitamin D Lampe.

Update 29.04.2026:
Leider ist Lorelei mittlerweile ihren Weg über die Regenbogenbrücke angetreten. Obwohl Freddy sie sonst immer gesucht hat, schien er „verstanden“ zu haben, dass sie dieses Mal nicht wieder zurückkommt.
Von seinen Paten hat er ein care Paket bekommen, dass bei Freddy gut ankommt. Gerade den Brei nutzen wir mehrmals täglich. Irgendwie haben seine Schneidenzähne einen Schub gemacht und er konnte schon vor dem Termin in der Tierklinik nicht mehr wirklich gut fressen. Also gab es viel Brei und alles in „Stifte“ geschnitten und dann seitlich an den Schneidezähnen vorbei direkt an die Backenzähne gegeben. Aber das funktioniert prima – Freddy macht immer mit und ist sonst einfach er selbst. Nur ein bisschen ruhiger. Das Kürzen der Zähne in der Tierklinik hat super geklappt. Tumor wächst weiter und bleibt in Beobachtung.
Sein Auge macht leider auch wieder „Mucken“ – in der Tierklinik wurde letztens nichts gefunden und die 3x Augentropfen am Tag bringen nur wenig Erfolg. Deswegen gab es heute antibiotische Augentropfen.


Update 03.05.2026:
Leider kann Freddy weiterhin schlecht fressen. Meist liegt es an den zu langen Schneidezähnen und er kann direkt nach dem Kürzen wieder ordentlich selbstständig fressen. In seltenen Fällen musste er sich 1 – 3 Tage neu „justieren“ und dann ging es wieder. Wir sind immer noch dabei ihn mit Stiften manuell zu füttern – Brei, Heu, Salat geht ohne Probleme.
Er ist auch etwas ruhiger geworden, aber insgesamt noch gut drauf. Wir hatten die Schmerzmedikamente schon vor einer Weile erhöht- damit ist er gut klargekommen.

Update 12.05.2026:
Freddy war Donnerstag wieder in der Tierklinik – ihm geht es soweit gut – seine Zähne sind im Griff, aber der Tumor wächst leider immer weiter und wird langsam beschwerlich. Wir beobachten stetig, weil keiner möchte dass er aufgeht. Deswegen versuchen wir den Punkt zu finden, an dem es Sinn macht ihn vorher gehen zu lassen, um ihm das zu ersparen. In zwei Wochen haben wir den nächsten Termin in der Tierklinik; eigentlich für die Zähne, aber auch um zu entscheiden, ob/ wann er über die Regenbogenbrücke gehen darf.

Update 05.06.2026:
Heute morgen haben wir Freddy über die Regenbogenbrücke geschickt. Der Tumor hatte nochmal einen Schub gemacht, er konnte weiterhin nur schlecht selbstständig fressen und massiver Blasengries hat ihm auch zu schaffen gemacht. Glomma hatte schon die letzten Tage viel Zeit bei ihm verbracht und durfte bei ihm sein.
Ich vermisse jetzt schon seine fröhliche und optimistische Natur, das immerwährende plappern und Mädels anbrommseln, das unentwegte Betteln nach Erbsenflocken und die unerschrockene Art. Er wird uns so sehr fehlen – er war ein Herzenschweinchen, Spatzbär, mein Grosser, Herzkäfer, Lieblingsfreddy, der Dicke und wird unvergessen sein.
Vielen Dank an Familie Baumanns für die Übernahme der Gnadenbrotpatenschaft!




























