Not­fall Nürn­berg in Privathaushalt

Am 23.07.2021 erreicht uns ein Hil­fe­ruf aus Nürn­berg: Auf Anra­ten des dor­ti­gen Vete­ri­när­am­tes soll­te in einem Pri­vat­haus­halt der Tier­be­stand ver­klei­nert wer­den. Der Tier­hal­ter zeig­te sich sofort ein­sich­tig und ver­stand, dass sei­ne Tier­lie­be etwas außer Kon­trol­le gera­ten war.

Das Tier­heim Nürn­berg nahm die Meer­schwein­chen auf, die auf den ers­ten Blick sofor­ti­ge, medi­zi­ni­sche Betreu­ung brauch­ten z.B. hoch­träch­ti­ge Weib­chen und eini­ge ande­re Tie­re. Damit war das Limit ihrer Auf­nah­me­ka­pa­zi­tä­ten aller­dings mehr als erreicht. Drei wei­te­re Buben konn­ten in Ingol­stadt auf­ge­nom­men werden.

Wir wur­den gefragt, ob wir eini­ge Meer­schwein­chen auf­neh­men könn­ten, da es in der nähe­ren Umge­bung von Nürn­berg kei­ne Mög­lich­kei­ten gab. Vor­ab wur­de uns berich­tet, dass sich noch ca. acht Tie­re vor Ort befan­den und ein paar Tie­re für uns schon im Nürn­ber­ger Tier­heim waren.

Für uns war es natür­lich selbst­ver­ständ­lich hier zu hel­fen. Gleich am nächs­ten Tag mach­ten sich unse­re Mit­glie­der Sarah und Sil­ke, bewaff­net mit zahl­rei­chen Trans­port­bo­xen auf den Weg nach Nürnberg.

Vor Ort zeig­te sich uns eine, sicher in der Ver­gan­gen­heit mal recht schö­ne Hal­tung. Die­se droh­te aber durch die Anzahl der ver­schie­de­nen Tie­re, dar­un­ter Vögel, Kat­zen und ande­re Klein­tie­re zu kip­pen. Bei den ver­blie­be­nen Meer­schwein­chen han­del­te es sich um vier unk­as­trier­te Buben und ein Mut­ter­tier mit ihrem Baby­bu­ben. Die Mut­ter mit ihrem Baby saßen unten in einer Volie­re bei den Zebra­fin­ken. Die Buben, die bereits einen Tag zuvor vom Weib­chen getrennt wur­den, saßen in der lee­ren Nach­bar­vo­lie­re. Dort hat­ten sie lei­der kei­ner­lei Ein­streu oder Ähn­li­ches und waren dem­entspre­chend nass und dre­ckig. Bis auf die Mut­ter, die doch deut­li­che Kratz­spu­ren und kah­le Stel­len hat­te, waren die Tie­re in gesund­heit­lich, gutem Zustand.

Vom Tier­heim über­nah­men wir dann noch zwei weib­li­che Tie­re und vier Babys. Die träch­ti­gen Tie­re blie­ben in Nürn­berg, da der Trans­port viel zu stres­sig für sie gewe­sen wäre.

Mit ins­ge­samt 12 Tie­ren an Bord ging es zurück nach München.

Eini­ge der Tie­re wer­den aktu­ell noch gegen Pilz und Mil­ben behan­delt. Die Buben wur­den mitt­ler­wei­le kas­triert bzw. früh­kas­triert. Wir wer­den sie dem­nächst auf der Home­page vor­stel­len und wür­den uns natür­lich sehr über ein paar Kas­tra­ti­ons­pa­ten freu­en. Bei den weib­li­chen Tie­ren ist eine Träch­tig­keit lei­der nicht unwahr­schein­lich und wir rech­nen in ein paar Wochen mit einem klei­nen Baby Boom.