Pia und Mina – 23.12.2013

MinaPia14Pia (6 Jah­re) und Mina (knapp 7 Jahre) 

Pia und Mina wur­den am 12.07.2013 bei uns abge­ge­ben. Die ehe­ma­li­ge Besit­ze­rin muss­te in eine klei­ne­re Woh­nung um-
zie­hen und konn­te die Meer­schwein­chen dort­hin offen­bar nicht mitnehmen.

Wir wur­den im ers­ten Tele­fo­nat dar­über infor­miert, dass 2 Schwein­chen etwas Fell­ver­lust hat­ten, was für uns natür­lich kein Kri­te­ri­um dar­stell­te, die­se Tie­re dann nicht auf­zu­neh­men. Aller­dings waren wir dann bei der Über­ga­be doch etwas per­plex. Bei­de Mäd­chen zeig­ten kah­le Stel­len am Bauch, an den Füßen, Po und Nase. Die Haut war extrem heiss und sehr klebrig.

Dies ist Mee­ri-Mäd­chen Pia, sie ist im Juli 2008 gebo­ren. Vie­le, die Pia bei uns auf der Pfle­ge­stel­le schon ken­nen­lern­ten, sagen, sie ähnel­te fast einem Opossum.

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Bei Pia waren die Haa­re sehr stro­hig, die Rücken­par­tie war nur noch durch ein paar stör­ri­sche Här­chen bedeckt. Der Po war nackig.

Meer­schwein­chen-Mädel Mina kam bereits mit einer Augen­ver­let­zung bei uns an. Das Auge war weiß­lich trüb und Mina konn­te auf die­sem Auge auch schon nichts mehr sehen. Wie auch bei Pia war mas­si­ver Fell­ver­lust zu bedau­ern. Ihr Bauch war voll­kom­men haarlos.

Mina4.jpgMinaPia01Mina6.jpgUns wur­de ein TA-Attest aus­ge­hän­digt, das beschei­nigt, dass Pia im Jahr 2010 mit Fell­ver­lust vor­ge­stellt wur­de, aber kei­ne Ursa­che erkannt wur­de. Eine para­si­to­lo­gi­sche Unter­su­chung war nega­tiv, eine Behand­lung gegen mög­li­chen Pilz war nicht erfolg­reich. Unglück­li­cher­wei­se erkann­te der TA nicht die Pro­ble­ma­tik des Fell­ver­lus­tes bedingt durch Hor­mo­nel­le Stö­run­gen. Bei­de Tie­re blie­ben daher 3 1/2 Jah­re lang unbehandelt!

Natür­lich wur­den bei­de sofort bei unse­rer Tier­ärz­tin vor­ge­stellt. Es folg­ten eini­ge Untersuchungen:

- Haut­ge­schab­sel und Unter­su­chung mit­tels sog. Wood­scher Lam­pe erga­ben weder Para­si­ten noch Pilz als mög­li­che Ursa­che des Fellverlustes.
– Blut­nab­nah­me: Organ­be­fun­de wie Leber, Nie­re etc. sind unauf­fäl­lig bzw. für das Alter sehr gut. Der Östro­gen­spie­gel war aller­dings erhöht.
– Ultra­schall: Bei bei­den stellt man klei­ne Ova­ri­al­zys­ten fest

Der Fell­ver­lust ist dem­nach ein­deu­tig auf eine Hor­mon­stö­rung zurück­zu­füh­ren. Bei­de beka­men je 3 Hor­mon­sprit­zen im Abstand von je 1 Woche und zusätz­lich eine homöopathisch/isopathische The­ra­pie und Vitamin-Zugaben.

Bei Mina wur­de der Augen­druck gemes­sen. Die­ser lag bei 29 (bis 17 ist im Refe­renz­be­reich). Man dia­gnos­ti­zier­te eine Uvei­tis (Regen­bo­gen­haut­ent­zü­dung) und ein Glau­kom; das Auge konn­te lei­der nicht geret­tet wer­den und muss­te ope­ra­tiv ent­fernt wer­den. Sie hat die Ope­ra­ti­on Gott sei Dank sehr gut über­stan­den und kommt mir nur noch einem Auge sehr gut zurecht. Hier 2 Bil­der die nach der Ope­ra­ti­on (nach dem Fäden­zie­hen) auf­ge­nom­men wurden:

Mina nach OP1Mina nach OP2

Am 28.11.2013 dann der nächs­te Tief­schlag: Ich stell­te fest, dass Mina unter epi­lep­ti­schen Anfäl­len litt. Ich fand Mina auf der Sei­te lie­gend, stark kramp­fend, sich win­dend und mit Schaum vor dem Mund in dem Stall lie­gen. Vor­sich­tig nahm ich sie her­aus und leg­te sie, ein­ge­wi­ckelt in eine dicke Decke, damit sie sich nicht ver­letzt, auf mei­nen Schoß. Dank sofor­ti­ger Cor­ti­son-Gabe; Injek­ti­on von krampf­lö­sen­den Mit­teln und einer Infu­si­on sta­bi­li­sier­te sich Mina nach ca. 15 Minu­ten wie­der. Nach dem Anfall war sie völ­lig erschöpft und schlief lan­ge auf mei­nem Schoß. Danach zeig­te sie sehr gro­ßen Durst und gro­ßen Appe­tit. In den nächs­ten Wochen hat­te Mina lei­der immer mal wie­der sol­che Anfäl­le, die trotz Behand­lung nicht aus­blie­ben. Am Sams­tag, 08. Febru­ar ging es ihr ganz beson­ders schlecht, und die Epi­lep­sie-Not­fall­be­hand­lung schlug nicht mehr an. Ich fuhr mit Mina sofort in die Tier­kli­nik, schon auf dem Weg dort­hin wur­de sie immer schwä­cher. Im Behand­lungs­zim­mer nahm ich sie behut­sam auf den Arm aber ihr Herz war schon ganz schwach; die her­bei­ge­eil­te Tier­ärz­tin konn­te nichts mehr für Mina machen; sie ist auf mei­nem Arm eingeschlafen.

Pia17.jpg

Am 10.01.2014 muss­ten wir Pia die Gebär­mut­ter ent­fer­nen las­sen. Die Ope­ra­ti­on war sehr schwie­rig und zeit­auf­wän­dig, da die Gebär­mut­ter schon recht ver­klebt und mit Tei­len vom Darm ver­wach­sen war. Unse­re Tier­ärz­tin, die Kas­tra­tio­nen am weib­li­chen Meer­schwein­chen schon oft fach­män­nisch vor­ge­nom­men hat, gab wirk­lich ihr Bes­tes und bemüh­te sich stun­den­lang um Pia's Über­le­ben. Lei­der haben Pia die Kräf­te am Abend um 23.35 Uhr ver­las­sen und sie hat sich auf den Weg in eine Welt ohne Schmer­zen aufgemacht.

Zurück blieb gro­ße Trau­er in mir, ich hat­te die bei­den so sehr ins Herz geschlos­sen und hät­te mir so sehr gewünscht, dass wir noch eine län­ger Zeit mit­ein­an­der ver­brin­gen hät­ten dürfen.

Macht's gut ihr bei­den – und grüßt auf der ande­ren Sei­te des Regen­bo­gens alle bereits vor­an­ge­gan­ge­nen Schwein­chen! Ich wer­de Euch nie­mals vergessen!!!

Eure Pfle­ge­ma­ma Andrea

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Ein ganz beson­de­res Dan­ke­schön an Danie­la Gol­las, die für die bei­den Zucker­schnu­ten nicht nur die Paten­schaft mit einem sehr groß­zü­gi­gen Geld­be­trag über­nom­men hat, son­dern auch mit gro­ßem Her­zen für Mina und Pia da war!