Fussel160807

Der kleine Fussel war ein ganz goldiges Meeri-Bübchen, leider - muss man hier sagen - im wahrsten Sinne des Wortes. 

Fussel ist ein Satin-Meerschweinchen und leider- wie für diese Rasse nicht selten,  an Osteodystrophie, kurz OD genannt, erkrankt.  Bei der Osteodystrophie handelt es sich um eine Stoffwechselerkranung bei der den Knochen Calcium entzogen wird und die Knochen dadurch instabil werden. Mehr zu dieser Krankheit erfahren Sie hier.

Fussel fiel durch schlechte Futteraufnahme auf und er lief komisch. Eine daraufhin angefertigte Röntgenaufnahme in der Tierklinik ergab leider die niederschmetternde Diagnose der beginnenden Osteodystrophie. Leider gibt es für diese Krankheit keine Heilung. Der Verlauf ist schleichend und kontinuierlich. Fussel war bereits letztes Jahr  an einen schönen Platz vermittelt und war Haremswächter von zwei Damen. Er konnte aber seine Aufgabe der Herdenführung nicht mehr ausüben, die Mädchen bemerkten wohl, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Es wurde unruhig in der Gruppe. Wir wurden informiert und haben zusammen vereinbart, dass Fussel an uns zurückkommt und als Gnadenbrottier bei uns auf der Station bleiben darf. Er steht hier unter fachmännischer Betreuung, bekommt zusätzlich ein homöopathisches Calcium-Kombi-Präparat in der Hoffnung, die Krankheit im Verlauf etwas zu bremsen. Als Gesellschaft hat er eine ruhige, etwas ältere und auch leicht behinderte Meerschweinchen-Dame an seiner Seite. Die beiden verstehen sich sehr gut und tollerieren gegenseitig die Wehwehchen des anderen.

Der leichtgewichtige Bub (800 Gramm) ist ein unglaublich nettes Schweinderl, das sich sofort in jedes Herz schleicht. Wir hoffen so sehr, dass wir ihm noch ein etwas längeres Leben ermöglichen können.

UPDATE Fussel: Die Krankheit prägt sein Leben immer mehr. Er schläft sehr viel. Die Verschlechterung seines Gesundheitszustandes bestätigt auch das aktuelle Rötngenbild. Jedoch genießt er das Leben mit seiner Partnerin sehr.

 

16.11.2016: Ein neuer Stern am Himmel.

Leider mussten wir Fussel gehen lassen.  Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich. Die Osteodystrophie machte ihm zunehmend zu schaffen. Dazu kamen weitere Zimperlein und schließlich eine starke Bronchitis.

Fussel war nicht das umgänglichste Meerschweinchen. Er hatte den Spitznamen „Grumpy Pig“ und meistens fand er alles erst mal aus Prinzip doof. Doch wenn er etwas mochte, dann liebte er es mit voller Euphorie und Leidenschaft. Auf der Pflegestelle lernte er seine 2 großen Lieben kennen. Die eine war eine wunderschöne Glatthardame namens Schoki, die mit all seinen Macken super zurecht kam und für ihn bis zum Schluss sorgte. Und seine Pflegerin auf der Pflegestelle.

Selten binden sich Schwein und Mensch auf diese enge weiße. Ein Begrüßungspopcornen trotz OD war da nur der Anfang.  Abschlecken, küssen geben und knuddeln, genüssliches einschlafen im Arm auf der Couch und gemeinsames auf der Wiese liegen im Sommer gehörten alles dazu.

Leider hatte Fussel nur ein wirklich kurzes Leben, doch er bleibt fest in unserer Erinnerung.

 

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