Milben2Liebe Heuwusler-Freunde,

 

heute gibt es endlich ein Update zu diesem Notfall.

Bei der Aktion am 10.07.2016 konnten zunächst insgesamt 120 Meerschweinchen und 1 Kaninchen gefangen werden. Davon wurden 49 Meerschweinchen und das Kaninchen von unserem Verein übernommen.

Die restlichen Meerschweinchen, welche zunächst im Tierheim Rosenheim Unterschlupf und die notwendige medizinische Versorgung gefunden haben, wurden am Mittwoch, 13.07.2016 durch den Deutschen Tierschutzbund, Landesverband Bayern, übernommen. Der Dachverband kümmert sich in solchen Härtefällen von Animal Horading sofort um die adäquate Unterbringung und Versorgung.
Auch in der Presse wurde mehrmals über den Notfall berichtet.
 
Nun zu den Tieren, die sich in unserer Obhut befinden:Dass alle in nicht einwandfreiem Gesundheits-Zustand sind, konnten wir ja schon mit dem bloßen Auge erkennen. Viele litten unter massivem Räude-Befall. Sie kratzten sich blutig vor lauter Juckreiz. Die Buben trugen viele Bissverletzungen davon, welche ihnen ihre rivalisierenden Artgenossen zufügten. Viele Babys waren untergewichtig, wir fütterten die Kleinen lange mit Aufzuchts-Milch und Critical Care zu. Ein Mädchen hatte einen großen, tiefen Abszess und musste sofort operiert werden.
Milben Fuetterung Abszess
                         Milbenbefall                         immer hungrig......       Abszess-OP, die Wunde musste geklammert werden
Einen Buben, die "Nr. 27" hat es ganz besonders schlimm erwischt. Er wurde am Montag, 11.07.16 sofort in die Tierklink Ismaning gebracht. Sein rechtes Auge war unter Eiter, resultierend aus einem Abszess hinter dem Auge.Nr27Desweiteren hatte er ein tiefe Verletzung am linken Bein, unzählige Bissverletzungen am Rücken und gebrochene Zehen am rechten Fuß. Man musste ihm das Auge entfernen. Er befand sich knapp 2 Wochen in stationärer Behandlung. Das ganze Klinikpersonal hat ihn in's Herz geschlossen, besonders die operierende Tierärztin, Dr. Kany. Sie gab ihm den Namen "Dr. Snuggles". Diesen Namen darf er natürlich behalten. Seit letztem Freitag ist er wieder zurück auf der Pflegestelle. Seine Wundhöhle muss zwar noch täglich versorgt werden aber der tapfere Mann ist guter Dinge und in 2 bis 3 Wochen wird er bestimmt ganz genesen sein. Bedingt durch so viele "Baustellen" konnte er noch nicht kastriert werden. Er soll sich nun erst einmal richtig erholen und wenn er stark genug ist, wird das natürlich auch noch nachgeholt. Bei den abgegebenen Kotproben bekamen wir aus dem Labor die niederschmetternde Diagnose,  dass nicht nur positiv auf Kokzidien, sondern auch auf Spulwürmer getestet wurde. Die zusätzliche Behandlung von so vielen Tieren zerrte an den Nerven der Pflegestellen. Mittlerweile ist die Behandlung abgeschlossen und wir hoffen sehr, dass in den nächsten Kotproben - welche wir in den nächsten Tagen erneut an das Labor übersenden werden - keine Darmparasiten mehr nachgewiesen werden können.

 

11 Buben konnten mittlerweile kastriert werden, ein paar davon sind bereits unter der Rubrik "Zuhause gesucht" vorgestellt, wie z. B. dieser hübsche Bube namens Lansa:

 

Lansa1607231

 
An dieser Stelle möchten wir es nicht versäumen, uns bei den vielen lieben Kastrationspaten zu bedanken!
 
 
Und noch eine erfreuliche Nachricht. Der Baby-Boom hat begonnen! In den letzten Tagen haben 15 Babys von 7 Müttern das Licht der Welt erblickt. Unsere Pflegestellen haben mächtig was zu tun, mit so vielen kleinen neuen Heuwuslern, denn leider waren manche bei der Geburt nur 45 Gramm leicht und auch diese Babys werden deshalb zugefüttert. Aber mittlerweile haben alle gut an Gewicht zugelegt und allen schmeckt es hervorragend, wie man auf den Fotos unschwer erkennen kann.
 
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Leider gibt es in diesem Zuge aber auch eine äußerst schmerzliche Nachricht, denn ein kleines Mädchen hat es leider nicht geschafft. Trotz intensivster Bemühung unseres Mitglieds und der Tierärztin, zog die kleine Maus nach nur 1 Woche in den Sternenhimmel. Wir sind unglaublich traurig!
 

 

Aber wie geht es nun generell weiter in diesem Fall?
Diese Frage wurde uns verständlicherweise auch sehr häufig gestellt in den letzen Tagen. Hier die Antwort:

 

Der Tierschutzverein Rosenheim hat sich mittlerweile sowohl schriftlich als auch fernmündlich mit den zuständigen Behörden u.a. dem Staatlichen Veterinäramt in Verbindung gesetzt und die Dringlichkeit der Situation geschildert. Dort wurde eine gründliche Prüfung der Situation zugesagt. Es ist aufgrund des Zeitablaufs derzeit nicht zu sagen, ob und in welcher Anzahl sich noch freilaufende Tiere auf dem Grundstück befinden. Tierschutzvereine sind privatrechtlich organisiert und verfügen daher über keine staatlichen Befugnisse, das Grundstück ohne Einwilligung des Eigentümers oder ggf. seines Bevollmächtigten (die nicht vorliegt) zu betreten. Eine solche Maßnahme ist ohne Zustimmung nur im Beisein und Einverständnis der zuständigen Polizeibehörden möglich. Ein Verstoß hätte neben möglichen zivilrechtlichen Sanktionen auch strafrechtliche Konsequenzen zur Folge. Wir müssen daher leider die Entscheidungen der eingeschalteten und informierten staatlichen Stellen abwarten.

 

Natürlich geben wir auch hier Bescheid, sobald es etwas Neues gibt.

 

Noch einmal möchten wir ein Dankeschön an alle, die uns so zahlreich unterstützen und unseren Tieren sämtliche Daumen drücken, aussprechen. Auch für die übersandten Sachspenden die uns bisher erreichten, ein herzliches Vergelt's Gott - besonders an den Baumarkt Hornbach in München,  der unserem Verein zehn 20-kg-Säcke Einstreu als Spende überreichte!

 

Wie immer grüßt Sie ganz herzlich -

Andrea und das gesamte Heuwusler-München-Team

 

 

 

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