Schweinehitze506Liebe Meerschweinchen- und Kaninchenhalter,

Meerschweinchen und Kaninchen besitzen keine Schweißdrüsen und können nicht schwitzen oder nicht wie z.B. Hunde hecheln, um die Körpertemperatur zur regeln. Bei hohen Umgebungstemperaturen und der damit oft verbundenen erhöhten Luftfeuchtigkeit kann es daher sehr schnell zu einer Überhitzung (Hypertermie) unserer kleinen Freunde kommen.

  

Vorallem ältere, trächtige, übergewichtige, sehr kleine/junge und langhaarige Tiere sind stark gefährdet.

 

    • Direkte Sonneneinstrahlung
    • Keine ausreichende Luftzirkulation
    • Keine kühle Rückzugsoption
    • Kein Schatten
    • Kein / zu wenig Flüssigkeitsangebot
    • Lange Transporte im überhitzten PKW

können sehr schnell ein TODESURTEIL bedeuten.

 

Ein akuter Hitzschlag kann sich wie folgt äußern:

    • Unruhiges Verhalten
    • Schwankender Gang (bedingt durch schwindende Muskelkraft)
    • Teilnahmslosigkeit bis hin zur Apathie.
    • Blasse Schleimhäute
    • Deutliche Flankenatmung, schnell und gepresst, bei erhöhtem Puls

Letztendlich verfallen die Tiere in einen Schock der mit Krämpfen und Seitenlage einhergeht und sterben an Herz-Kreislaufversagen.

  

Notfallmaßnahem, die Sie treffen können, bis Sie beim Tierarzt eintreffen

  • Bringen Sie die Tiere sofort in den Schatten / in einen kühlen Raum und sorgen Sie für genügend Sauerstoffzufuhr
  • Wickeln Sie die Tiere behutsam in feuchte, gekühlte (nicht eiskalte!!!) Tücher
  • Geben Sie dem Tier mittels einer Plastikspritze vorsichtig und schlückchenweise etwas Wasser ins Mäulchen.
  • Verabreichen Sie Notfalltropfen (Rescue Remedy) von Dr. Bach (erhältlich in jeder Apotheke):
    4 Tropfen ins Trinkwasser, zusätzlich ein paar Tropfen übers Fell streichen. Das Tier an der geöffneten Flasche riechen lassen.
  • Legen Sie feuchte/gekühlte Tücher auf die Transportbox auf dem Weg zum Tierarzt

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Damit es erst gar nicht so weit kommt, geben wir Ihnen nachfolgend ein paar Tipps wie man die Sommerhitze für unsere pelzigen Freunde angenehmer gestalten kann:

Generell gilt:

    • Niemals Frischfutter direkt aus dem Kühlschrank füttern
    • Frischwasser muss in ausreichenden Mengen vorhanden sein, bei Bedarf mehrmals wechseln
    • Bei langhaarigen Tieren sollte das Fell gekürzt werden
    • Das Gehege darf nie in der prallen Sonne stehen und eine Luftzirkulation muss möglich sein (nicht direkt an Hausmauern etc. stellen)
    • Den Gartenauslauf nicht in die Mittagszeit legen wenn die Sonne herunterprallt
    • Verwenden Sie niemals Ventilatoren! Die Zugluft kann Atemwegserkrankungen und Bindehautentzündungen hervorrufen.

 

Tipps: 

Als Schattenspender mit gleichzeitiger Kühlfunktion kann man in ein Handtuch gewickelte Kühlakkus auf den Käfig oder dafür geeignete Holzhäuser legen.

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Spannen Sie feucht-kühle Tücher zwischen Weidenbrücken, Unterstände oder Häuer, darunter kann sich die kühle Luft absenken und die meisten Tiere lieben diese frischen Höhlen. Gekühlte Hängematten oder Kuschelsäcke sind auch sehr beliebt!

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Legen Sie gekühlte Tonröhren oder Fliesen in den Stall!

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Bestücken Sie das Gehege mit z.B. Apfelbaum- oder Haselnusszweigen als genussvolle Versteck-möglichkeit!

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Um Hitzestau zu vermeiden, ersetzen Sie Häuschen gegen Röhren oder Unterstände!

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Seien Sie kreativ! Bauen Sie den Sommertraum für Ihre Tiere!

 

Auf unserer Pflegestelle gibt es ein Schweinchen, das bei Hitze gerne mal ein Bad im Wassernapf nimmt. So ein ungewöhnliches Verhalten haben wir noch nie erlebt und sollte auch die Ausnahme anstatt der Regel sein. Unsere kleine Badenixe wird natürlich hinterher abgetrocknet damit keine Gefahr einer Blasenentzündung besteht!

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